Dr. Wolff-Gruppe erstmals an der 300 Millionen-Marke

2018-04-10 - Bielefeld

Dr. Wolff Group Geschäftsführung

Kosmetik- und Medizinprodukte aus Bielefeld sind national und international auf Wachstumskurs. Die Dr. Wolff-Gruppe erwirtschaftete mit 650 Mitarbeitern im Jahr 2017 erstmals einen Umsatz von 297,5 Mio. Euro und lag damit fünf Prozent über dem Vorjahresergebnis (2016: 284,4 Mio. Euro). Neuentwickelte Produkte hierzulande und ein florierendes Auslandsgeschäft, nicht nur in Asien und Großbritannien, brachten das Wachstum für den Hersteller von kosmetischen und pharmazeutischen Produkten. „Wir haben inzwischen auf den großen asiatischen Märkten richtig Fuß gefasst und treiben die Expansion in China und Korea voran.“, bilanzierte der geschäftsführende Gesellschafter Eduard R. Dörrenberg im Rahmen der Bilanzpressekonferenz. Der Export wuchs im Umsatz um 13 Prozent auf rund 65,5 Mio. Euro (2016: 58 Mio. Euro). Damit steigerte sich die Exportquote auf 22 Prozent (2016: 20 Prozent). Gleichzeitig wuchs, insbesondere durch Neuentwicklungen, auch das Inlandsgeschäft.

International gefragt bei Männern und Frauen: Coffein Shampoo gegen Haarausfall

Auf dem chinesischen und koreanischen Markt konnte die Distribution vor allem des Männershampoos Alpecin ausgeweitet werden. Die Märkte werden von einem sechsköpfigen Team von Shanghai aus betreut, das einen starken Fokus auf Online- und Offline-Marketingaktivitäten setzt. Auch den Erfolg der Marke Plantur39, dem Coffein-Shampoo gegen menopausalen Haarausfall, stellte Dörrenberg heraus: „In Großbritannien, unserem wichtigsten europäischen Markt hat sich Plantur39 hervorragend entwickelt.“ Insgesamt brachte das Geschäftsjahr ein globales Wachstum von 16 Prozent und damit einen Umsatz von rund 56 Mio. Euro (2017: 48 Mio. Euro) für die Marke.

Im medizinischen Bereich war es nach einem zu warmen Linola-Winter (2016 / 2017) vor allem die gynäkologische Marke Vagisan, die im zurückliegenden Geschäftsjahr erneut einen Anstieg um zehn Prozent verzeichnete. Damit setzte Vagisan nach Alpecin, Plantur und Linola den Wachstumskurs im In- und Ausland fort.

Auf dem Heimmarkt brachte Dr. Wolff in der zweiten Jahreshälfte 2017 neue Problemlöser von Alpecin und Plantur auf den Markt und erzielte einen Inlands-Umsatz von 232 Mio. Euro (2016: 227 Mio. Euro). Nach fünfjähriger Entwicklungszeit launchte Alpecin im vergangenen Sommer erstmals ein Liquid als Sonnenschutz für lichte Kopfhaut bei Männern. Für 2018 sind erste internationale Maßnahmen für den Kopfhaut-Sonnenschutz angekündigt.

Im Herbst folgte nach intensiver Forschung und Entwicklung ein Meilenstein im Kampf gegen juckende und trockene Kopfhaut. Millionen Männer benutzen Umfragen zufolge bislang ein falsches Shampoo. Viele Betroffene haben zuvor ein zu intensiv reinigendes Produkt mit Anti-Schuppen-Effekt angewendet und ihr Problem damit eher verstärkt. Das neue Alpecin Hybrid Coffein-Shampoo, ist besonders mild und spendet Feuchtigkeit. Der Wirkstoff Coffein beugt Haarausfall vor und Feuchtigkeit beruhigt die Kopfhaut. Mit dieser Hybridformel trifft das neue Shampoo seit dem ersten Verkaufstag einen Nerv in der Zielgruppe.

Seit dem Jahresende sorgt eine neuentwickelte Kombination aus Shampoo und Spülung der Marke Plantur39 mit braunem Color-Effekt für weiteres Wachstum. „Das war die erfolgreichste Produkt-Neueinführung auf dem Haarpflege-Markt seit langem“, unterstrich Dörrenberg. Die Produkte erzielen einen längeren und intensiveren Braunton am Haaransatz oder wenn sich erste graue Haare bemerkbar machen. Shampoo und Spülung zeigten ihr besonderes Potential für das nun laufende Geschäftsjahr.

Starkes erstes Quartal 2018

Mit einem Plus von rund neun Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, ist die Dr. Wolff-Gruppe in das erste Quartal 2018 gestartet. Strenger Frost beflügelte den Absatz dermatologischer Produkte und im letzten Quartal eingeführte Neuheiten, wie Plantur 39 Color-Braun und neue Pflegeprodukte von Alcina stärken den kosmetischen Bereich.

Gute Aussichten für das laufende Geschäftsjahr

Dörrenberg, der seit 20 Jahren im Amt ist, sieht das Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt. So verdreifachte sich der Gesamtumsatz der Dr. Wolff-Gruppe seit 1998 beinahe, von rund 100 Mio. Euro Umsatz auf inzwischen 297,5 Mio. Euro. Dafür sieht der geschäftsführende Gesellschafter vor allem die starken Marken wie Alpecin (1998: 15,5 Mio. Euro – 2017: 84,1 Mio. Euro) oder die erst nach 1998 auf den Markt gebrachten Marken wie Plantur und Biorepair verantwortlich.

Für Herausforderungen der Digitalisierung ist das mittelständische Unternehmen mit einer eigens geschaffenen digitalen Unternehmenseinheit, „eWolff“, gerüstet. Möglichkeiten und Potentiale bestehen laut Dörrenberg vor allem in der Individualisierung von Produkten und als Spezialist für Problemlösungen im Zeitalter „Age of Assistance“. „Das wird sich bei allem Wandel nie ändern. Menschen werden nach Lösungen für ihre Probleme suchen“, ist sich Dörrenberg sicher.

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2018 intensiviert Dr. Wolff in den Bereich Oral Care. Eine im März 2017 vorgestellte klinische Anti-Karies Studie erbrachte erstmals den Beweis, dass Karex, eine fluoridfreie Zahncreme mit dem Wirkstoff Hydroxylapatit, gleichermaßen vor Karies schützen kann, wie etablierte Produkte mit Fluorid. Widerständen zum Trotz wird das auf Forschung spezialisierte Unternehmen auch seinen eingeschlagenen Weg in der Zahnpflege weitergehen. Nach einem Jahrzehnt erfolgreicher Kooperation mit mehreren deutschen Universitätskliniken sieht der Hersteller der neuen Zahnpasta Karex weiterhin großes Potential und verweist in der Diskussion um den Einsatz neuer Technologien in der Zahnarztpraxis auf den damaligen Paradigmenwechsel beim Einsatz von Amalgam.

Mit seiner Aufklärungs-Kampagne im ersten Quartal entfachte das Bielefelder Unternehmen die Diskussion um den Einsatz von Fluoriden in der Zahnpflege und hat für 2018 die Produktpipeline weiter gefüllt. „Damit wird uns der Sprung über die 300 Millionen-Marke im 113. Jahr des Unternehmens und damit eine Verdopplung innerhalb von 10 Jahren gelingen“, blickt der geschäftsführende Gesellschafter positiv in das aktuelle Geschäftsjahr.